ALPINMESSE 2019 – NACHHALTIGES KONSUMIEREN ALS INVESTMENT IN DIE ZUKUNFT

ALPINMESSE 2019 – NACHHALTIGES KONSUMIEREN ALS INVESTMENT IN DIE ZUKUNFT

Die 14. Austragung der Alpinmesse Innsbruck durfte sich über einen Auftakt mit starker Besetzung freuen. Mit den Themen "Recht auf Risiko - Recht auf Rettung", Aufklärung zum Thema Nachhaltigkeit 

Über 200 Aussteller, Impulsvorträgen und Workshops lockten die Veranstalter zahlreiche Besucher ins Messezentrum. Allein am Messesamstag registrierte die Projektleitung des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit insgesamt 8.000 Besucher.

MEHR AUFKLÄRUNG. MEHR EIGENVERANTWORTUNG. MEHR RISIKOBEWUSSTSEIN.

Bereits vor der offiziellen Eröffnung der Messehallen zählte der erste Programmpunkt, das Alpinforum mit dem Thema „Recht auf Risiko – Recht auf Rettung“, mehr als 500 interessierte Besucher. Die sechs Diskussionsteilnehmer, u.a. Extremkletterer Alexander Huber, waren sich einig, dass mehr Aufklärung für mehr Risikobewusstsein unter Bergsportlern notwendig ist. Andreas Eder, Obmann und Einsatzleiter Bergrettung Mayrhofen, fasste das Fazit im Anschluss an die kompetent besetzte Gesprächsrunde zusammen: „Grundsätzlich geht es darum, mehr Verantwortungsbewusstsein unter Skibergsteigern zu schaffen. Natürlich hat jeder das Recht darauf, in einen verschneiten Hang einzusteigen. Das würde sich letztlich auch niemand durch gesetzliche Vorgaben nehmen lassen. Allerdings sollte sich jeder Bergsportler, der ins offene Gelände eintaucht, klar machen, dass die Bergrettung im schlimmsten Fall einen Einsatz verwehren muss. Denn der jeweilige Einsatzleiter trägt die Verantwortung für jedes Teammitglied. Mehr Aufklärung führt im besten Fall zu mehr Eigenverantwortung und mehr Risikobewusstsein. Für sich selbst und für andere.“

PRODUKTNEUHEITEN WINTERSAISON 2019/20

Von A wie Atomic bis Z wie ZAMG bietet die Alpinmesse für Bergsportler und Skibergsteiger die perfekte Gelegenheit, sich über Produkte, die im österreichischen Handel vertreten sind, zu informieren und mit Vertretern der jeweiligen Marken über die neuesten Entwicklungen und Features zu diskutieren. Auch Vereine und Institutionen, wie beispielsweise die Bergrettung, der österreichische Alpenverein und viele weitere, nutzen das Forum, um ihr Angebot zu präsentieren. Wirkliche Produktneuheiten konnten wir keine entdecken. Auffällig ist jedoch, dass viele Hersteller immer mehr in die Breite gehen: Viele Skihersteller bieten mittlerweile ein Tourenski-Sortiment vom ultraleichten Rennski bis zur breiten Powderlatte an. Oder auch Kletterequipment-Hersteller wie Black Diamond, die sich in die Schuhbranche vorwagen. Vom Spezialisten zum Universalanbieter – ob das immer die richtige Wachstumsstrategie ist? Wir werden sehen, wo die Reise hin geht und vor allem, was die Endkonsumenten von diesen Sortimentsverbreiterungen halten.

NACHHALTIGES KONSUMIEREN ALS INVESTMENT IN DIE ZUKUNFT

Für mehr Aufklärung zum Thema Nachhaltigkeit sorgten auch die zwölf Aussteller der Produktinsel „Think Green!“ sowie Impulsvorträge und Workshops, die sich dem ökobewussten und sozialverträglichen Konsumieren widmeten. Die Produktinsel „Think Green!“ setzte sich zum Ziel, Besucher tiefgehend über nachhaltige Produkte zu informieren: Das Familienunternehmen Vaude präsentierte eine Fleece-Jacke aus Holz. Die Südtiroler Bergsteigermarke Salewa setzt auf regionale Kreisläufe, stärkere Kontrollen im Hinblick auf ökologische und soziale Standards und verwendet vermehrt natürliche Materialien. Und Roland Kals, Entwickler und Berater der Bergsteigerdörfer (ÖAV), zeigt auf, wie nachhaltiger Tourismus gelingen kann. Vielseitige Impulsvorträge und Workshops eröffnen neue Einblicke und lassen tiefer blicken – Andreas Schreilechner, Produktentwickler bei Hyphen, erörterte, warum Funktionsbekleidung ihren Preis hat und machte den Produktionsprozess anhand von praxisnahen Beispielen ein Stück weit transparenter.

PRIMALOFT und MARTINI SPORTSWEAR (Ausstatter der österreichischen Nationalmannschaft im Skibergsteigen) präsentierten ein Gemeinschafts-Projekt: „Bei Martini Sportswear fängt Nachhaltigkeit schon bei der Auswahl der richtigen Materialien an. Dabei ist uns ein optimales Zusammenspiel von Performance und Nachhaltigkeit enorm wichtig. Einer unserer wichtigsten Partner hier ist PrimaLoft, die mit ihren Hochleistungsisolationen und Funktionsstoffen genau diese Balance schaffen. Viele Materialien werden aus recycelten PET Flaschen hergestellt, bieten aber die gewohnt hohe Leistungsfähigkeit. An unserem gemeinsamen Stand werden wir unter anderem diesen Recycling-Prozess in einer spannenden Mitmach-Aktion inklusive Gewinnspiel für die Besucher erlebbar machen“, informierte Daniel Esterbauer von Martini Sportswear.

Quelle: SIMONE BINDER, Askimo    Fotocredit: Übersichtsbild der Halle B1 ©Simon Rainer fin

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