Starke Leistungen der ÖSV Skibergsteiger

Starke Leistungen der ÖSV Skibergsteiger

In zwei Etappen wurde am vergangenen Wochenende die erste Station des ISMF Long Distance Weltcups im Rahmen des Team-Rennens "Altitoy Ternua" in den französischen Pyrenäen ausgetragen.

 Das einzige ÖSV-Team (Jakob Herrmann/Martin Weisskopf) am Start konnte auf dem hervorragenden 5. Platz finishen.

Das zweitägige Etappenrennen wird ausschließlich in 2er Teams ausgetragen. Geprägt von intensiven Schneefällen, Wind und schlechter Sicht waren die beiden Etappen sehr schwierig und alpin. Am ersten Tag kämpften die Österreicher noch mit kleineren technischen Problemen, dennoch konnten sie den fünften Platz erkämpfen. Mit gestärktem Selbstbewusstsein gingen die beiden am zweiten Tag auf Angriff, konnten am Ende den fünften Gesamtrang sichern. In der ISMF Long Distance Weltcup Zwischenwertung liegt das ÖSV Team damit auf Platz 4. Es folgen bis Ende April weitere drei Rennen dieser alpinsten Disziplin des Skibergsteigens. Herrmann/Weisskopf werden alle diese Rennen bestreiten. ASTC Jennerstier: Skibergsteigen auf Weltcupniveau Am verganenen Samstag versammelte sich das “Who-is-Who” der österreichischen und deutschen Skibergsteigerszene beim traditionellen “Jennerstier” am Königssee (Bayern, GER). Bei sonnig warmen Temperaturen starteten knapp 100 Teilnehmer und bestritten die 1.325 Hm des Individualrennens, welches zum Austria Skitour Cup zählt und gleichzeitig als Deutschen Meisterschaft ausgetragen wurde.

Mit den grenzwertig schlechten Schneebedingungen reiht sich die 11. Auflage des Jennerstiers einmal mehr in die Historie der letzten Jahre ein: Es gab entweder zu wenig oder zu viel Schnee, so dass die Organisatoren, der Deutsche Alpenverein Sektion Berchtesgaden und RIAP Sport, jährlich ihr Organisationstalent und ihre Flexibilität unter Beweis stellen müssen. Aufgrund der geringen Schneelage musste die Strecke auch heuer kurzfristig noch einmal geändert werden: Somit absolvierten die Klassen Herren Senior und Master im Zuge der “langen Strecke” zwei Runden im Mitterkaserkessel, bevor die Athleten zum Ziel an der Bergstation Jenner-Bergbahn aufsteigen durften. Der steile Aufstieg durch den Kl. Spinnergraben musste leider gestrichen werden und statt der ursprünglichen knapp 1.700 Höhenmeter betrug die alternative Strecke “nur” 1.325 Höhenmeter. Mit insgesamt vier Aufstiegen, drei Abfahrten, drei Tragepassagen und einer wahrlichen “Spitzkehrenorgie” im Mittelteil, war der Routenverlauf keineswegs weniger anspruchsvoll und fordernd für die Skibergsteiger. Da blieb selbst den Elite-Skibergsteigern wenig Zeit, um die faszinierende Kulisse zwischen Watzmann und Hohem Göll zu genießen. Für alle anderen Klassen galt die “kurze Strecke” mit nur einer Runde im Mitterkaserkessel (knapp 1.000 Hm mit drei Aufstiegen, zwei Abfahrten und drei Tragepassagen). Bei der Strecke gab es einige Änderungen gegenüber den Vorjahren: Der obere Streckenabschnitt wurde neu angelegt, um den Vorgaben des internationalen Verbandes ISMF International Ski Mountaineering Federation gerecht zu werden. Für die Athleten hieß es daher zusätzliche Abfahrten und Anstiege sowie mehr Wechsel und technische Passagen zu meistern. Die Organisatoren planen nämlich, den Jennerstier in der Saison 2017/18 als ISMF Weltcuprennen auszutragen.

Wie sich beim zahlreichen und hochkarätigen Starterfeld, darunter auch Lokalmatador Anton Palzer, gezeigt hat, ließen sich die Skibergsteiger von den Schneebedingungen nicht abschrecken und waren heiß darauf, um die Titel “Jennerstier” und “Deutscher Meister” zu kämpfen und alles zu geben. Die Elite der österreichischen und deutschen Skibergsteiger lieferte sich auf der 1.325 Höhenmeter langen und abwechslungsreichen Strecke im Individualbewerb einen spannenden Kampf. Erwartungsgemäß dominierte bei den Herren der 22-jährige Anton Palzer aus dem benachbarten Bergsteigerdorf Ramsau am Königssee (Bayern, GER) die Konkurrenz. Er setzte sich in internationalem Tempo früh an die Spitze des Starterfeldes, konnte seinen Vorsprung ausbauen, holte sich mit nach 01:02:57 Stunden den Tagessieg und ist somit auch Deutscher Meister im Individual. Mit knapp fünf Minuten Abstand konnte sich sein Teamkollege Toni Lautenbach (01:07:30, DAV Bad Tölz) den zweiten Platz sichern, gefolgt von Thomas Trainer (01:08:04, DAV Berchtesgaden) auf Platz 3. Fünf Österreicher unter den Top10 bei den Herren Bester Österreicher wurde der ÖSV Nationalkaderathlet Daniel Rohringer (01:09:52, Gosau/OÖ) auf Rang 5, gefolgt von seinem Salzburger ÖSV Teamkollegen Thomas Wallner (01:10:58, Bischofshofen/Sbg) auf Rang 6 sowie Hans Hutegger (01:13:52, WSV Schladming) auf Rang 9 und Helmut Eichholzer (01:13:56, SC Kuchl) auf Rang 10. Bei den Herren Masters, Junioren und Cadets ging der Sieg jeweils an Österreich. Markus Stock (01:12:36, AUT) holte sich mit Vorsprung den ersten Platz in der Klasse Master, vor Franz Grassl (01:15:56, DAV BGD) und Thomas Koller (01:16:20, Cross the Alps Söll). Die Cadets und Junioren waren auf einer verkürzten Strecke unterwegs. Der schnellste Nachwuchsskibergsteiger schaffte dies in unter einer Stunde. Mit deutlichem Abstand Schnellster bei den Junioren war ÖSV Nachwuchsathlet Stefan Fuchs (00:55:15, Cross the Alps Söll) vor dem jungen Deutschen, David Färber (01:00:30), und Thomas Pichler (01:05:39, RC Altenmarkt). In der Klasse Cadet freute sich Jakob Siedler (Alpbach/Tirol), ÖSV Jugendkaderathlet, über den Sieg mit einer Zeit von 00:55:19. Ergebnisse der Damen: Die Heidi Bernsteiner erreicht Platz zwei Bei den Damen verlief das Rennen auf der etwas kürzeren Strecke mit 975 Höhenmetern deutlich spannender als bei den Herren, die Siegerin stand keineswegs so eindeutig fest wie bei den Herren. Schließlich setzte sich das deutsche „Urgestein“ unter den Skibergsteigerinnen, Stefanie Koch-Klinger (SC Anger) mit einer Zeit von 01:00:16 Stunde nur knapp vor der Salzburgerin Heidi Bernsteiner (01:00:58, Piesendorf/Sbg) durch. Mit Platz 3 durch Katarina Lovrantova aus Slowenien (01:10:15, Strafzeit wegen fehlender Pfeife) zeigte sich einmal mehr, dass der “Jennerstier” ein Rennen mit internationalem Flair ist. Bei den Masters weiblich waren leider nur zwei Damen am Start: Rowi Frank (01:21:25, DAV Oberland) und Michaela Bredow (01:47:01, GER). Bei den Juniorinnen war das Starterfeld größer, die Nachwuchsathletinnen starteten top motiviert ins Rennen. Ina Forchthammer (St. Johann i.P./Sbg) aus dem ÖSV Jugendkader war mit einer Zeit von 01:02:55 mit Abstand die Schnellste. Dahinter auf Platz 2 Tessa Wötzel (01:09:33, GER) und auf Platz 3 Theresa Grassl (01:20:00, DAV Skitourenteam Berchtesgaden).

Quelle: ÖSV  Foto: Karl Posch

Im Bild: Der Salzburger Jakob Herrmann (Bild) durfte sich mit seinem Teamkollegen Martin Weisskopf (Tirol) über Rang fünf beim ersten Long Distance Weltcup in dieser Saison freuen. (Foto: Karl Posch)

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